Fertigung

AMR-Flotte für den innerbetrieblichen Transport in der Industrie

Illustratives Szenario auf Basis realer Implementierungsmuster. Kein konkretes Unternehmensbeispiel.

Lagerprofil

Lagerfläche
18.000 m²
Personal
85 Lager- und Produktionsmitarbeitende
Ausgangssituation
Manuelle Gabelstapler und Schleppzüge
Installationsart
Brownfield

Ausgangssituation

Der innerbetriebliche Transport zwischen Produktionslinien und dem zentralen Lagerbereich erfolgt mit Gabelstaplern und manuellen Schleppzügen. Fahrermangel erzwingt Überstunden und begrenzt den Durchsatz auf menschliche Schichtmuster. Jede Störung der Transportmannschaft unterbricht direkt die Produktionsversorgung.

Automatisierungsansatz

Eine AMR-Flotte wird für den autonomen Punkt-zu-Punkt-Transport von Produktionsbehältern und Trägern eingesetzt. Die Roboter navigieren mithilfe von Onboard-Sensoren und dynamischen Karten um Personal und vorhandene Gabelstapler herum. Kein Infrastrukturumbau ist erforderlich. WMS oder ERP lösen Transportaufgaben aus; das AMR-System weist Roboter in Echtzeit zu.

Erwartete Ergebnisse

  • 30–40 % Reduzierung des Personalbedarfs im innerbetrieblichen Transport
  • 24/7-Transportkapazität ohne zusätzliche Schichtkräfte
  • Brownfield-Installation innerhalb von 6–9 Monaten mit minimaler Betriebsunterbrechung
  • Flexible Neuplanung der Routen bei Layoutänderungen ohne feste Spurinfrastruktur

Eignungsbewertung

Installationsart
Brownfield
WMS-Anforderung
Optional – AMR-System kann eigenständig betrieben werden
Budgetrahmen
EUR 600.000–1,8 Mio. je nach Flottengröße
Amortisationszeit
2–4 Jahre
Mindestgröße
Wirtschaftlich ab ca. 8 Roboterstunden Transport pro Tag

Anzufragende Anbietertypen

AMR-Spezialisten: AGILOX, Jungheinrich. Industrierobotik mit AMR-Angebot: KUKA.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen AMR und AGV im Lagerkontext?

AMRs (Autonome Mobile Roboter) navigieren dynamisch mithilfe von Onboard-Sensoren und Karten und passen Routen in Echtzeit an Hindernisse und Personen an. AGVs (Fahrerlose Transportsysteme) folgen festen Wegen, die durch Magnetband, Drähte oder Reflektoren definiert sind. AMRs eignen sich besser für Brownfield-Umgebungen, in denen Flexibilität gefragt ist. AGVs werden für Hochlast-Anwendungen mit festen Routen bevorzugt.

Wie lange dauert eine AMR-Implementierung von der Entscheidung bis zum Betrieb?

Für eine mittelgroße Produktionsimplementierung (10–30 Roboter) sind 4–9 Monate vom Vertragsabschluss bis zum Vollbetrieb einzuplanen. Dies umfasst Standortkartierung, Flottenkonfiguration, WMS-Integration (sofern erforderlich), Sicherheitsvalidierung und Schulung der Mitarbeitenden. Kleinere Implementierungen können bereits nach 8 Wochen in Betrieb gehen.

Welche Nutzlast können Lager-AMRs typischerweise tragen?

Die meisten Lager-AMRs tragen zwischen 100 kg und 600 kg pro Einheit. Schwerlastmodelle, wie etwa von AGILOX, tragen bis zu 1.200 kg. Für Lasten über 1.500 kg sind AGVs oder automatisierte Gabelstapler in der Regel geeigneter.

Können AMRs sicher neben menschlichen Mitarbeitenden betrieben werden?

Ja. AMRs sind zertifiziert für den Betrieb in gemeinsam genutzten Bereichen nach ISO 3691-4 (fahrerlose Industriefahrzeuge) und ISO 10218 (kollaborative Roboter). Sie erkennen und umfahren Personen mithilfe von LiDAR- und Kamerasystemen. Mischbereiche erfordern definierte Schutzzonen und Geschwindigkeitsbegrenzungen, die während der Implementierung konfiguriert werden.

Hinweise zur Vorbereitung

  • Ein WMS oder ERP mit Möglichkeit zur Transportaufgaben-Auslösung verbessert die Auslastung der AMR-Flotte erheblich.
  • Mindestens zwei Schichten mit regelmäßigem innerbetrieblichem Transportvolumen sind erforderlich, um die Grundflotteninvestition zu rechtfertigen.
  • Der Grundriss sollte weitgehend stabil sein. AMRs weichen Hindernissen aus, aber häufige bauliche Änderungen erhöhen den Rekonfigurationsaufwand.

Leitfragen an Anbieter

  • QWie wird die Flottengröße für unser spezifisches Transportvolumen und unser Layout berechnet?
  • QWas erfordert die WMS- oder ERP-Integration auf unserer Seite hinsichtlich Schnittstelle, Datenformat und IT-Ressourcen?
  • QWie werden Batterieladen und Flottenverfügbarkeit im Mehrschichtbetrieb gemanagt?
  • QWas passiert, wenn ein Roboter auf ein Hindernis trifft, das er nicht umfahren kann?

Zu validierende Annahmen

  • Tatsächliche tägliche innerbetriebliche Transportbewegungen und zurückgelegte Distanz je Gabelstapler- oder Schleppzugfahrer.
  • Aktuelle Personalkosten je FTE einschließlich Gemeinkosten, nicht nur Grundgehalt.
  • Flottengrößenschätzungen von mindestens zwei Anbietern vor der Festlegung eines Business Case.
  • Auswirkung der Schichtstruktur: AMR-Einheiten laufen 24/7, Ladezeit reduziert jedoch die verfügbare Kapazität.

Wann besser abwarten?

  • Kein WMS oder ERP vorhanden. AMRs können eigenständig betrieben werden, Auslastung und ROI sind jedoch ohne Aufgabenintegration geringer.
  • Wesentliche Grundriss- oder Layoutänderungen sind innerhalb der nächsten 12 Monate geplant.
  • Das Transportvolumen liegt unter ca. 8 Roboterstunden pro Tag über alle Schichten.

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