Hochdichtes ASRS für die industrielle Ersatzteillogistik
Illustratives Szenario auf Basis realer Implementierungsmuster. Kein konkretes Unternehmensbeispiel.
Lagerprofil
- Lagerfläche
- 4.200 m², Kapazitätsgrenze erreicht
- Artikelanzahl (SKU)
- 55.000+ mit sehr geringen durchschnittlichen Picks je SKU
- Kommissionierfrequenz
- 30 % der SKUs werden seltener als einmal pro Monat abgerufen
- Installationsart
- Brownfield
Ausgangssituation
Hohe SKU-Anzahl und geringe Kommissionierfrequenz bedeuten übermäßige Kommissionierwege je Auftrag. Lagerplatz ist erschöpft. Viele SKUs können trotz geringer Umschlagshäufigkeit nicht ausgelistet werden – sie sind kritische Sicherheitsbestände mit vertraglichen Verfügbarkeitsanforderungen. Die manuelle Suchzeit je Auftrag steigt, da der SKU-Katalog wächst.
Automatisierungsansatz
Gitterbasiertes ASRS maximiert die Lagerdichte auf der bestehenden Fläche. Ware-zur-Person eliminiert alle Kommissionierwege. Schwachdreher werden effizient im dichten Gitter gelagert; Schnelldreher werden für vorrangigen Abruf positioniert. Das System leitet Entnahmen so, dass Wartezeiten an Kommissionierstationen minimiert werden.
Erwartete Ergebnisse
- 70–80 % Reduzierung der Kommissionierwege je Auftrag
- Lagerkapazität auf gleicher Fläche um das 3–4-Fache gesteigert
- Personal reduziert oder für wertschöpfende Qualitäts- und Verpackungsaufgaben umgesetzt
- Tagesversand für Prioritätsaufträge aufrechterhalten
Eignungsbewertung
- Installationsart
- Brownfield bei mind. 5 m lichter Deckenhöhe möglich
- WMS-Anforderung
- Erforderlich – Auftragsmanagementintegration zwingend
- Budgetrahmen
- EUR 1,5–3,5 Mio.
- Amortisationszeit
- 3–5 Jahre bei typischen Ersatzteilvolumina
Anzufragende Anbietertypen
AutoStore, Exotec, KNAPP.
Anbieterleitfaden ansehenHäufige Fragen
Ist ASRS bei sehr geringer Kommissionierfrequenz wirtschaftlich sinnvoll?
Ja, und der ROI-Fall ist oft überzeugender als im hochvolumigen Fulfillment. Der primäre Nutzen im Ersatzteilbereich ist die Lagerdichte – d. h. Reduzierung der für einen sehr großen SKU-Katalog benötigten Fläche – und nicht der Durchsatz. Geringe Kommissionierfrequenz bedeutet, dass Roboter mehr Zeit mit seltener genutzten Behältern verbringen, aber auch der erforderliche Gesamtdurchsatz ist geringer. Die Wirtschaftlichkeit greift, wenn der Lagerdichtevorteil erheblich ist.
Wie geht ein Ersatzteil-ASRS mit sehr großen oder unregelmäßig geformten Teilen um?
Die meisten gitterbasierten ASRS-Systeme sind für standardisierte Behältergrößen optimiert. Übergroße, schwere oder unregelmäßige Artikel (große Baugruppen, lange Wellen usw.) werden typischerweise in einem konventionellen Überlaufbereich neben dem automatisierten System gelagert. Das WMS verwaltet beide Zonen und leitet Entnahmen an den richtigen Lagerort. Das ASRS deckt typischerweise 60–80 % des SKU-Spektrums nach Volumen ab.
Hinweise zur Vorbereitung
- Der SKU-Katalog muss mit lagerplatzbasierter Standortverwaltung digitalisiert sein, bevor eine ASRS-Implementierung erfolgen kann.
- Mindesthöhe von 5 m lichter Deckenhöhe durch physische Begehung bestätigen, nicht nur anhand von Bauplänen.
- Anteil übergroßer oder nicht standardisierter Artikel identifizieren, die in Standardbehälter nicht passen. Diese benötigen einen konventionellen Überlaufbereich.
Leitfragen an Anbieter
- QWelches Standard-Behältergrößenspektrum bieten Sie und wie gehen Sie mit SKUs außerhalb dieser Abmessungen um?
- QWie priorisiert das System Entnahmen für Tagesversandanforderungen?
- QWelcher Erweiterungspfad steht zur Verfügung, wenn die SKU-Anzahl oder das Auftragsvolumen innerhalb von 5 Jahren um 30 Prozent wächst?
- QWie werden Langsamdreher und sicherheitskritische SKUs anders gelagert als Schnelldreher?
Zu validierende Annahmen
- Aktuelle durchschnittliche Kommissionierweglänge und welcher Anteil der Arbeitszeit auf Transport statt auf produktive Tätigkeit entfällt.
- Aktuell verfügbare Lagerkapazität gegenüber Bedarf. Wie viel Flächenentlastung schafft das ASRS tatsächlich?
- SKU-Eignung für Standardbehälter. Eine physische Stichprobenprüfung verhindert Überraschungen im Systemdesign.
- Tagesversandverpflichtung und ob das ASRS-Durchsatzprofil die geforderte Reaktionszeit unterstützt.
Wann besser abwarten?
- SKU-Katalog ist noch nicht digitalisiert oder Standortverwaltung ist nicht vorhanden. Katalogbereinigung ist der erste Schritt.
- Mehr als 30 % der SKUs sind unregelmäßig, übergroß oder benötigen Sonderbehandlung. ASRS-Nutzen ist reduziert.
- Deckenhöhe liegt unter 5 m ohne bestätigte Systemalternative. Vor Annahme der Machbarkeit mit Anbietern klären.
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